Kettenhunde auf Kreta
Es ist in Griechenland eine furchtbare und weit verbreitete Unsitte, Hunde irgendwo im Nichts an Tonnen, Bäume oder Stahlanker anzuketten, damit Sie zum Beispiel die Schafherde daran hindern, bestimmte Wege oder Straßen herunter zu laufen.
Man sieht diese Kettenhunde häufig auch an Wegrändern. Einige haben eine alte Blechtonne als Unterschlupf, weshalb sie häufig auch als Tonnenhunde bezeichnet werden.
Man kann einem Hund, der ja sonst ein sozial aktives Lebewesen ist, kaum etwas Schlimmeres antun. Selbst hartgesottene Tierschützer sind fassungslos angesichts der Anblicke, die sich ihnen an manchen Stellen auf Kreta oder anderswo in Griechenland bieten. Eingewachsene Halsbänder, halb verhungerte, gepeinigte und verkrüppelte Tiere sind keine Seltenheit.
Da die griechischen Behörden bisher kaum etwas gegen diese Situationen unternimmt, sondern durch ihre rigorose Wegschautaktik und Antitierschutzpolitik derartige Tierquälereien in der Öffentlichkeit eher fördern, kümmern sich schon seit einigen Jahren einige Tierschutzgruppen auf Kreta mit einem behutsamen Konzept um viele dieser Kettenhunde.
In Absprache mit den jeweiligen Besitzern werden die Tiere zweimal pro Jahr mit Futter, Wasser, Zecken- und Flohschutz sowie Wurmkuren versorgt, ihre Ohren gereinigt und ihr Gesundheitszustand überprüft. Stets bemühren wir uns um die Erlaubnis, die Tiere kastrieren zu lassen, damit das Streunerproblem unter Kontrolle bleibt.
Sehr wichtig ist, dass die Tierschützer dadurch mit den Besitzern ins Gespräch kommen und dies zu einem Umdenken führen kann. Manchmal dürfen solche Kettenhunde dann sogar von der Kette befreit werden, wenn der Besitzer zum Beispiel die Sinnlosigkeit dieser Kettenhunde-Haltung einsieht oder erkennt, dass so eine öffentliche Zurschaustellung von Tierquälerei für den Tourismus nicht gerade förderlich ist.
Häufig dürfen die Tierschützer auf Kreta auch speziell angefertigte Hundehütten aufbauen, die die Situation für das jeweilige Tier erheblich verbessert!
APAL Kreta betreut derzeit rund 440 Stall- und Wegehunde vor Ort.
Pro Hund entstehen dabei durchschnittliche Kosten von etwa 40 €, um Futter, medizinische Grundversorgung und regelmäßige Betreuung sicherzustellen. Tierarztfahrten sowie Behandlungen verletzter oder kranker Hunde sind darin noch nicht enthalten.
